Otto Bernhard Wendler (1895-1958) – Mentor und „Schutzgeist“.

Otto Bernhard Wendler (1895-1958) – Mentor und „Schutzgeist“.

Eigentlich Lehrer war Otto Bernhard Wendler – kurz OBW – auch als Kommunal- und Kulturpolitiker tätig. Er selbst nannte sich daher der „zufällige Dichter“. Seine literarischen Anfänge nahm er als Bühnenautor, Puppenspieler und Autor erfolgreicher gesellschaftskritischer Romane, wie zum Beispiel Soldaten Marieen (Die Chronik von der grausamen und tragischen Trennung der Geschlechter im Krieg, Wien (Verlag) 1929).

Wendler lebte und arbeitete u.a. in Brandenburg an der Havel und in Burg bei Magdeburg. Das schriftstellerische Werk OBWs ist mit seinen Romanen, Kinder- und Jugendbüchern, Märchen und Bühnenstücken sowie Filmdrehbüchern umfangreich und recht vielseitig. Sein Metier war dabei stets das Unterhaltende, seine Themen wie auch die Charaktere sind allzu menschlich und darum alltagsnah. OBW galt als Legende unter den Jungschriftstellern, die er förderte und zum Teil scharf kritisierte. Am 7. Januar vor 65 Jahren ist Otto Bernhard Wendler gestorben.

Am 17. Februar 2023 findet im Literaturhaus Magdeburg eine Veranstaltung unter dem Titel „Allmählich wirst Du unser aller Schutzgeist“ statt, die den Briefwechsel Otto Bernhard Wendlers mit Schriftstellerinnen und Schriftstellern in den 1950er Jahren in den Blick nimmt:

Der im März 2021 entdeckte Nachlass Otto Bernhard Wendlers enthält mehrere Mappen mit Briefen aus den Jahren 1951 bis 1957, die vor allem von Schriftstellerkolleginnen und -kollegen seines regionalen Umfelds stammen. Briefpartner waren bekannte Autoren, die damals am Anfang ihrer Karriere standen, wie Brigitte Reimann, Wolfgang Schreyer oder Reiner Kunze, aber auch heute in Vergessenheit geratene, wie Wolf D. Brennecke oder Anneliese Probst. In dieser Korrespondenz geht es um persönliche Nöte sowie Konflikte des literarischen Schaffens.

Das Programm bietet eine Auswahl dieser Briefe, die vom Schauspieler Marcus Kaloff gelesen werden. Jan Kostka (Freie Universität Berlin) führt in die historische Situation ein, porträtiert die Briefpartner und erläutert das spezifische Netzwerk, in dem sich diese bewegten. Vermittelt werden nicht nur überraschende Einsichten in die Anfangsjahre der DDR-Literatur, in die Bemühungen, kunstferne Lebensbereiche mit Literatur zu beleben, sondern auch in die Schwierigkeiten des literarischen Schreibens überhaupt – und wie angehende Schriftstellerinnen und Schriftsteller mit diesen umgingen. 

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