„Man sah es dem kleinen und zarten Mann nicht an, welche Energie und Ausdauer in ihm steckte.“ [Nachruf aus dem Jahr 1929] – Zum Gedenken an Martin Kahlo (1853-1929).

„Man sah es dem kleinen und zarten Mann nicht an, welche Energie und Ausdauer in ihm steckte.“ [Nachruf aus dem Jahr 1929] – Zum Gedenken an Martin Kahlo (1853-1929).

Martin Kahlo war nicht nur Vater von zehn Kindern, sondern auch Lehrer in Magdeburg, Volks- und Heimatkundler sowie als Autor tätig. Als Pädagoge an der Städtischen Vorbereitungsschule war er der erste, der den Handfertigkeitsunterricht in Magdeburg und in der Provinz Sachsen einrichtete. Mehrere der von ihm verfassten Schulbücher für den Deutschunterricht fanden an den Schulen in Magdeburg und im Umland weite Verbreitung.

Neben seinem pädagogischen Engagement wurde er seinen Zeitgenossen vor allem durch seine heimatkundlichen und sprachgeschichtlichen Studien bekannt. Nicht zuletzt beeinflusste er durch sein Wirken und seine Interessen das Werden seiner Kinder, die überwiegend Lehrerinnen und Lehrer geworden sind. Der Bekannteste unter ihnen ist Gerhard Kahlo, der in der Sprachwissenschaft und vor allem im Bereich der malaiopolynesischen Sprachen international Anerkennung erlangte.

Die schriftstellerische Tätigkeit Martin Kahlos umfasste viele Bereiche: er verfasste amüsante Gelegenheits- und plattdeutsche Scherzgedichte, Erzählungen, Märchen und Geschichten für Kinder sowie dramatische Versuche und mehrere Romane.

Martin Kahlo wurde am 16. April 1853 in Randau geboren und ist später in Calenberge aufgewachsen. Später verfasste er auch heimatkundliche Arbeiten zu den Orten seiner Kindheits- und Jugendjahre (Fünfzig Jahre Randauer Zeit, 1913 und Calenberge. Dorf und Flur, 1929)

Am Gemeindehaus erinnert seit 2020 eine Gedenktafel an den Ehrenbürger und Schriftsteller, die auf Initiative des Calenberger Heimatvereins, dort angebracht wurde.

[…]
„Habt ihr einen Bücherschrank?“
Böker? Kann man die denn eeten?
Awer´m scheenen Jaren hebb´n wi.“
„Wir gehen in dem Park spazieren.
Doch sowas verstehst du nicht.
Sag mal, habt ihr ein Klavier?“
Wi hebb´n keene Tied tun Spälen.
Awer hebbt Ji denn en Meßbarj?“
„Pfui, der stinkt!“ „Ji hebben keenen?
Na, denn sejj man, wat de wult.
Wetste, wer keen Meßbarj hat,
Nee, mit den is jarnischt los.“
(Auszug aus „Stadt un Land“)

Foto: © Archiv Literaturhaus Magdeburg

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