Erinnerungen an Ludwig Schumann (29.11.1951– 22.05.2019)

Erinnerungen an Ludwig Schumann (29.11.1951– 22.05.2019)

Mit etwa 30 Jahren begann der gelernte Koch und Theologe, der aus einer Erfurter Gastwirtsfamilie stammt, zu schreiben. Zunächst publizierte Ludwig Schumann überwiegend Texte zur Heimatgeschichte sowie theologische Beiträge in verschiedenen Zeitungen. Seit 2004 selbstständig, begleitete er Schülerinnen und Schüler in Schreibprojekten des Friedrich-Bödecker-Kreises und war Herausgeber der jeweils entstandenen Texte. Ludwig Schumann veröffentlichte aber auch zusammen mit der Gefängnisseelsorgerin der JVA Burg-Madel „Geschichten aus dem und Geschichten in den Knast“ der Schreibwerkstatt TalentLos!, die beide gemeinsam dort leiteten.

Der ehemalige Landpfarrer, der stets beeindruckt blieb von den Sprachbildern der Bibel, las Kindern nicht nur Erzählungen vor, die da „angepurzelt“ kamen und von ihm aufgehoben wurden, sondern besprach mit ihnen außerdem Fragen zur Bibel: „Was sind die Evangelien für Bücher? Wer war dieser Markus? In welcher Zeit und für wen hat Markus das Evangelium geschrieben?“ Antworten auf diese Fragen vereinte Ludwig Schumann schließlich in einem Sachbuch, das zugleich das erste Buch war, das er für Kinder geschrieben hat. Ludwigs Schumanns Wirken für Kinder war jedoch nur eine seiner zahlreichen Facetten schriftstellerischen Schaffens.

Ludwig Schumann war Mitglied im Förderverein der Schriftsteller, im Friedrich-Bödecker-Kreis und außerdem Autor bei den Gruppen „stattGeflüster“ und Amadeuskomplott.

Ludwig Schumann wäre heute am 29. November 70 Jahre alt geworden. Eine Gedenkveranstaltung für den vielseitig Schaffenden, der unter anderem Koch, Pfarrer, Geschäftsführer einer Werbeagentur sowie Dichter und Autor gewesen ist, soll im nächsten Jahr gebührend umgesetzt werden. Dennoch wollen wir den Geburtstag nicht unkommentiert lassen, denn für viele seiner Weggefährten bedeutete Ludwig Schumann weitaus mehr. Heute kommen einige seiner Kolleginnen und Kollegen, Freunde und Weggefährten zu Wort, die Ludwig Schumann auf ihre ganz eigene Weise gedenken und würdigen. So verschieden diese Texte und Erinnerungen sind, lassen sie doch erkennen, dass Ludwig Schumann und sein Wirken dauerhaft in Erinnerung bleiben und nach wie vor Anlass zur Auseinandersetzung geben.

Zu Beginn wollen wir der Stimme Ludwig Schumanns jedoch selbst Raum geben, der im Jahre 2017 im Zusammenhang mit einer Ausstellung zu Kinder- und Jugendliteratur in Zusammenarbeit mit dem Friedrich-Bödecker-Kreis die Fragen von Schüler:innen einer dritten Klasse beantwortet hat:

Fragen von jungen Lesern und Schreibern an Ludwig Schumann: (Im Rahmen der Ausstellung „Wie wär´s in einer anderen Welt?“ Kinder- und Jugendliteratur aus Sachsen-Anhalt, Literaturhaus 2017)

Warum schreibst du für Kinder?

Das mache ich nicht. Ich kann mich nicht hinsetzen und überlegen, was ich jetzt für Geschichten für Kinder schreibe. Die Geschichten finden mich. Man muss nur die Augen, die Ohren, die Nase aufsperren, da kommen sie angepurzelt und wollen nur aufgehoben werden. Ich schreibe sie dann auf – und da gibt es Geschichten für Kinder oder für Erwachsene. Aber ich bin nur der, der sie auffängt. Die Geschichten selber sind schon fertig. Die einen erzählen sich dann für Kinder, die anderen für Erwachsen, etliche für Familien.

Was war dein erstes Buch, was du für Kinder geschrieben hast?

Ein Sachbuch. In der Bibel, im Neuen Testament, steht das Markus-Evangelium, das von Jesus erzählt. Was sind die Evangelien für Bücher? Wer war dieser Markus? In welcher Zeit und für wen hat Markus das Evangelium geschrieben? Das waren die Fragen, die ich in einer Geschichte beantworten wollte. „Der Auftrag – Markus und ein Sklave schreiben das erste Evangelium“. Da entsteht vor Augen das Römische Reich im ersten Jahrhundert, als die Christen sich über das ganze römische Reich ausbreiteten.

Was war dein Lieblingsbuch als du noch klein warst?

„Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson“ von Selma Lagerlöf, „Die Biene Maja“ von Waldemar Bonsels, „Die Abenteuer des Tom Sawyer“ und „Huckleberry Finn“ von Mark Twain und die von Gustaf Schwab erzählten Geschichten der Ilias und der Odyssee des Homer.

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