Kabinettausstellungen

Carl Leberecht Immermann

Der Lyriker, Erzähler und Dramatiker Carl Leberecht Immermann wurde 1796 in Magdeburg geboren. Er war als Kriminalrichter und als Landgerichtsrat tätig. Bekannt wurde er durch seine Romane ,,Die Epigonen‘‘, ,,Münchhausen‘‘ sowie die ,,Memorabilien‘‘ und durch seine Tätigkeit als Intendant des Stadttheaters Düsseldorf. Die Immermann-Gesellschaft e.V. gestaltet diese Kabinettausstellung zu wechselnden Themen.

Auf Spurensuche im Literaturhaus-Archiv

Das Literaturhaus Magdeburg verfügt über zahlreiche Nachlässe und Bestände von Autor*innen aus Magdeburg und Umgebung, die nun zeitweise der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen.

Still und ohne viel Aufhebens“. Der Schriftsteller Robert Seitz (1891-1938).
Robert Seitz sei ein nach Innen und Außen Lauschender gewesen mit einer merkwürdigen Betrachtung von Menschen und Dingen. Von seinen Zeitgenossen als still und bescheiden beschrieben, war der in Magdeburg geborene Schriftsteller maßgeblich an der Gründung der Künstlervereinigung DIE KUGEL 1919 in Magdeburg beteiligt. Die Stadt Magdeburg hat eine Straße nach ihm benannt. Dennoch scheint er im Gegensatz zu anderen Gründungsmitgliedern bzw. weiteren Mitstreitern in der KUGEL – wie zum Beispiel Bruno Beye, Rudolf Wewerka, Hans Heinz Stuckenschmidt – fast vergessen zu sein.

Am 28. Sept. 2021 jährte sich der Geburtstag des empfindsamen Beobachters zum 130. Mal. Aus diesem Anlass gibt das Archiv im Literaturhaus Magdeburg einen Einblick in sein Leben und Wirken anhand der dort nachgelassenen Materialen. Unter anderem werden Gemälde und Bildnisse seiner Freunde aus der KUGEL gezeigt sowie originale Dokumente zur Künstlergemeinschaft.

Einem breiteren Publikum wurde Seitz durch die vielbeachtete Anthologie neuer Großstadtdichtung „Um uns die Stadt“ (1931) mit Heinz Zucker bekannt, aber vor allem aufgrund der Zusammenarbeit mit namhaften Komponisten wie Paul Hindemith, Paul Dessau oder Werner Egk. Neben Dokumenten, die dieses Schaffen bezeugen, werden dazu auch die Werke von Seitz sowie Teile aus seiner Privatbibliothek des bereits im Jahr 1938 verstorbenen Schriftstellers ausgestellt.

Die Kunst ist auch heute noch die wirksamste Propagandistin revolutionärer Ideen.“ – Ein Blick auf das Leben von Otto Bernhard Wendler (1895-1958).
Blickt man auf das Leben des Schriftstellers Otto Bernhard Wendler, der von vielen einfach nur OBW genannt wurde, wird der Eindruck eines bewegten, umtriebigen Daseins gewonnen – charakterisiert durch die markanten gesellschaftshistorischen Umbrüche der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Bekannt wurde Wendler hauptsächlich durch seine Romane, Jugend- und Filmdrehbücher, regional aber auch durch seine Puppenspiele für Kinder und Theaterstücke. Später lebte er in Burg bei Magdeburg und wurde – seit 1952 Vorsitzender des Schriftstellerverbandes im Bezirk Magdeburg – vom schriftstellerischen Nachwuchs, wie zum Beispiel von Wolfgang Schreyer, Martin Selber oder Brigitte Reimann, verehrt und als Mentor geschätzt.

Erst Anfang 2021 ist der umfangreiche Nachlass von Otto Bernhard Wendler in einem Berliner Keller aufgetaucht. Zahlreiche Dokumente aus dem Nachlass beleuchten Wendlers persönliches Leben und geben Einblicke in die Bedingungen des schriftstellerischen Schaffens, seinen Möglichkeiten und Grenzen in politisch brisanten Zeiten und Phasen des Umbruchs. Es ist der Aufmerksamkeit von Familie Schubert, den Nachfahren Wendlers, wie auch Dr. Jan Kostkas zu verdanken, dass der Nachlass in absehbarer Zeit einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt werden kann.

Die Ausstellung zeigt hingegen einen Einblick in Leben und Werk des Schriftstellers anhand des Materials, das im Literaturhaus vor dem Fund des Nachlasses aufbewahrt worden ist. Sie macht den Besucher zunächst mit dem interessanten Schriftstellerleben Wendlers vertraut, indem sie sein vielseitiges Schaffen aufzeigt und dieses in seinen verschiedenen Facetten, etwa als Lehrer, Kulturpolitiker, Puppenspieler, Jugendbuch- und Drehbuchautor sowie Vorsitzenden im Schriftstellerverband ausleuchtet.